Leistungsbeschreibung flexible ambulante Erziehungshilfe „Gemeinsam Stark“

Titel des Leistungsangebots:

Ambulante flexible Hilfe auf der Basis von Fachleistungsstunden: 

Anbieter:

„Gemeinsam Stark“, Haus Donk 3, 47918 Tönisvorst

Rechtsgrundlage:

§ 27 i. V. m. § 30 SGB VIII

Ziele des Leistungsangebots

Der Erziehungsbeistand bearbeitet insbesondere Problemlagen von jungen (minderjährigen) Menschen unter Einbezug ihres sozialen Umfeldes im Kontext der:

  • Beziehungen zwischen Eltern und Kindern/Jugendlichen 
  • schulische Probleme des Kindes/Jugendlichen 
  • andere soziale Bezüge des Kindes/Jugendlichen

Dabei werden exemplarisch folgende Primärziele verfolgt:

  • Aufbau und Verbesserung von Lern- und Entwicklungschancen
  • Wiederherstellung förderlicher Beziehungen innerhalb der Familie 
  • Stärkung der Erziehungsfähigkeit der Eltern 
  • Stärkung des Selbstwertes aller Familienmitglieder 
  • Erhaltung des Bezugssystems Familie 
  • Unterstützung von entwicklungsadäquaten Ablösungsprozessen 
  • Förderung des Selbsthilfepotentials 
  • Prävention entwicklungsschädigenden Verhaltens (Gewalt, Suchtmittelabhängigkeit etc.)

Zielgruppe des Leistungsangebots:

Hilfeempfänger des Erziehungsbeistandes sind die Personensorgeberechtigten (§ 27 Abs. 1 SGB VIII). Im Mittelpunkt steht jedoch die Einzelbetreuung des jungen Menschen. Zielgruppe sind vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die in ihrem sozialen Verhalten auffallen, die unter Krisen und Störungen leiden, die in ihrer Familie, im Freundeskreis, in der Schule, oder in der Ausbildung Schwierigkeiten haben oder gefährdet sind, Drogen zu nehmen, gewalttätig oder straffällig zu werden. Der Erziehungsbeistand unterscheidet sich durch die Fokussierung auf die Unterstützung des zumeist minderjährigen jungen Menschen von der SPFH, die stärker auf die Familie orientiert. Der Altersschwerpunkt der Hilfe liegt zwischen 10 und 18 Jahren.

Konkretisierung pädagogischer Leistung differenziert nach direkten und indirekten Tätigkeiten:

  • Die pädagogische Arbeit orientiert sich an den Bedürfnissen, Notwendigkeiten und Ressourcen des Jugendlichen.
  • Die Ziele der pädagogischen Arbeit, der Umfang der Betreuung und evtl. besondere Methoden werden im Hilfeplan festgelegt.
  • Die Arbeit mit der ganzen Familie oder den Eltern findet in der Regel im Zuhause der Familie statt.
  • Bei der Arbeit mit einem Kind oder Jugendlichen wird der häusliche Rahmen auch verlassen.
  • Im Zentrum der Aufmerksamkeit  stehen hier die Entwicklung zu mehr Selbständigkeit und Rollenfindung und die Förderung von angemessenem Leistungsverhalten in Schule, Ausbildung und Beruf.
  • Methodische Ansätze, die neben oben genannten berücksichtigt werden sind:
    • Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis der eigenen Möglichkeiten und Grenzen (Erlebnispädagogische Aktivitäten) 
    • dem Kind/Jugendlichen den Zugang zum eigenen Verhalten ermöglichen („Spiegeln“)
    • Umgang mit Konflikten und Aggressionen einüben (Anti-Aggressions-Training)

Personelle Ausstattung:

Die Erziehungsbeistandschaft  wird durch oben genannten Träger durchgeführt.

Räumliche Ausstattung:

  • Die Arbeit mit der ganzen Familie oder den Eltern findet in der Regel im Zuhause der Familie statt.
  • Bei der Arbeit mit einem Kind oder Jugendlichen wird der häusliche Rahmen auch verlassen.

Methodeneinsatz:

Da der einzelne junge Mensch im Fokus der Hilfe steht, besteht die Gefahr, dass sich die Beziehung zwischen Erziehungsbeistand und dem Kind oder Jugendlichen verselbstständigt und von den Eltern entweder als Konkurrenz erlebt wird oder aber als Möglichkeit verstanden wird, eigene elterliche Verantwortung auf den Erziehungsbeistand zu delegieren. Daher ist die Einbindung der Personensorgeberechtigten von großer Bedeutung.

Der Charakter der Hilfe ist vorbeugend, beratend und begleitend. Dazu werden je nach individuellem Bedarf verschiedenste Methoden und Techniken der sozialen Arbeit eingesetzt:

  • Einzel- und Familiengespräche, 
  • Elternberatung
  • Hausbesuche 
  • Zusammenarbeit mit Institutionen und Diensten wie Schule, Lehrstelle, Vereine 
  • Förderung von freizeitaktivierenden Tätigkeiten 
  • Gruppenarbeit 
  • themenspezifische vor allem präventive Angebote (z.B. Drogen, Sexualität) 
  • Begleitung im Alltag individuelle Förderung.

Dokumentation:

Dem Jugendamt wird vor jedem Hilfeplangespräch eine schriftliche Vorbereitung zugestellt.

Fortbildung und Supervision:

Es werden regelmäßig Fortbildungen und Supervisionen besucht.

Konzept Krisenmanagement:

Die Familien werden im Vorfeld intensiv auf eine Krisensituation vorbereitet. 

  • Anlaufstellen einer pädagogischen Ambulanz
  • Kontaktaufnahme ärztlicher Notdienst
  • Notbereitschaft Jugendamt
  • Polizeilicher Notruf

Konzept Beschwerdemanagement:

Sollte die Arbeit mit der Familie oder dem Kind nicht mögliche sein, wird zusammen mit dem Jugendamt nach neuen Ideen oder Möglichkeiten gesucht.

Die Familie hat jederzeit die Möglichkeit sich beim zuständigen Jugendamt zu beschweren.